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Natura-2000-Gebiet

Grüne Konversion auf der Freifläche

Es ist längst kein Abenteuer mehr, auf das sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf den südlich des Kasernengeländes befindlichen Freiflächen einlassen will. Hier, wo einst die US-Streitkräfte mit schwerem Gerät übten, hat sich eine sehr wertvolle Tier- und Pflanzengesellschaft angesiedelt, deren Fläche als Schutzgebiet mit europäischer Bedeutung (FFH- und Vogelschutzgebiet; hier: Natura-2000-Gebiet) ausgewiesen wurde.

Auf dem ehemaligen Standortübungsplatz soll aber kein konventioneller Naturschutz stattfinden, sondern etwas ganz Besonderes und Bedeutungsvolles könnte auf den Flächen realisiert werden.

Der Bundesforstbetrieb Schwarzenborn, die „grüne“ Sparte der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, plant hier gemeinsam mit dem amtlichen Naturschutz und in Abstimmung mit den Konversionsvorhaben im Kasernenbereich ein Beweidungsprojekt mit sehr seltenen Wildpferden. Die Przewalski-Pferde, benannt nach einem russischen Entdeckungsreisenden, sind die einzige Unterart des Wildpferdes, das in der Wildform bis heute überlebt hat. Allerdings wurde das letzte wildlebende Przewalski-Pferd 1969 gesehen. Glücklicherweise haben Tiergärten die Art in Gefangenschaft weitergezüchtet und so bis heute erhalten. Aus einer ganz geringen Anzahl von Individuen ist es gelungen, den heutigen Bestand auf ca. 2.000 Tiere ansteigen zu lassen.

Ziel ist es, diese Pferde wieder in ihrer ursprünglichen Heimat anzusiedeln. Um die Przewalski-Pferde, die bisher nur die Kleingehege in den Zoos kennen, auf die zukünftige Freiheit in den Steppenlandschaften Kasachstans vorzubereiten, sind jedoch großflächigen Gehege wie in Hanau (Campo Pond) und Babenhausen notwendig. Nach einer mehrjährigen Gewöhnungsphase werden sie dann ihre große Reise in die Freiheit antreten.

Frankfurter Rundschau vom 19.06.2014

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Der Huf der Wildnis